Manuela Schwesig - Die Schatten-Vorsitzende der SPD
Manuela Schwesig kann an diesem Montag nach der Wahl selbstbewusst auftreten. In weißen Turnschuhen mit SPD-Logo tritt sie auf die Bühne in der SPD-Parteizentrale. Und greift dann Friedrich Merz frontal an:
Sie sei sich nicht sicher, ob es Merz gelinge, noch einmal Vertrauen zurückzugewinnen. Aber wenn, dann nur, wenn Merz sich frage, was jetzt anders werden solle.
Sie glaube nicht, dass Merz die Lage richtig einschätze. Auch nicht die seiner eigenen Partei.
Steht Die Spd Zu Den Reformen?
Schwesig übernimmt hier heute die Rolle der Oppositionsführerin. Der ersten Angreiferin des CDU-Chefs, mit dem ihre SPD in einer Koalition ist.
Und sie erinnert Merz - und die beiden SPD-Chefs, die neben ihr stehen - an den Koalitionsvertrag. Sie wolle, dass Schwarz-Rot umsetze, was man gemeinsam verhandelt habe.
Das ist nicht neu. Bereits vor der Wahl hatte sich Schwesig für die sogenannte Rente mit 63 ausgesprochen. Aber es ist heute, am Tag danach, eine Ansage: An Merz - und an Bärbel Bas und Lars Klingbeil.
Greift Schwesig Nach Dem Spd-Vorsitz?
Denn die Aufholjagd in Schwerin macht Schwesig nun endgültig zur starken Frau in der SPD. Zwar sei Schwesig nicht an der AfD vorbeigezogen. Aber als künftige Parteivorsitzende komme sie trotzdem in Frage, sagt Politikwissenschaftler Constantin Wurthmann:
Schwesig habe auf den letzten Metern allerdings auch noch Fehler gemacht, sagt Wurthmann. Mit ihrem Slogan "Die Frau gegen Blau" habe sie die AfD stark gemacht.
Und ob die SPD die bisherigen Chefs Bas und Klingbeil absägen wolle, sei ebenfalls keineswegs ausgemacht. Es könne nur im Interesse aller Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sein, starke Frontpersonen zu haben, die Verantwortung übernähmen.
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Schwesig Als Schatten-Vorsitzende Der Spd?
Zumal auch Bas und Klingbeil am Tag danach Änderungen am Reformpaket einfordern. Zwar brauche es Reformen, sie müssten aber gerecht sein, sagt SPD-Chef Klingbeil.
Ein schlichtes Weiter-so und die Erklärung, "wir müssen jetzt nur noch konsequenter das machen, was wir bisher gemacht haben, dann verstehen die Leute das hoffentlich, das wird nicht funktionieren", sagt Klingbeil. Und meint damit Friedrich Merz, ohne allerdings seinen Namen zu nennen.
Manuela Schwesig steht daneben. Hört zu. Guckt Bas und Klingbeil an. Sie kündigt an, in Schwerin eine Koalition mit Linken und Grünen bilden zu wollen. Mit einer Ministerpräsidentin, die den bisherigen SPD-Chefs in Berlin genau auf die Finger guckt. Als heimliche Vorsitzende der SPD.
Dominik Rzepka ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio.
Über dieses Thema berichtet das ZDF unter anderem in "Wahl 2026 im ZDF: Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern" am 20.09.2026 ab 17:30 Uhr.